4. Dezember 2022

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Netflix will Cloud Gaming, also Mobile- und Videospiele zum Streamen anbieten

Ist Netflix mit Cloud Gaming zum Scheitern verurteilt?
Ob der Film- und Serien-Streaming-Gigant damit Erfolg haben wird, hängt von seinem Durchhaltevermögen ab.

Mike Verdu, Netflix Vizepräsident für Games teilte mit: “Wir denken gerade ernsthaft über ein Cloud-Gaming-Angebot nach, mit dem wir unsere Kundschaft besser erreichen können” Als Business-Modell dürfte Microsofts Game Pass stehen. Ist Netflix Cloud Gaming damit ein Selbstläufer?

Die erste Hürde, die Netflix überwinden muss, dürfte der Auf- und Ausbau einer soliden technischen Infrastruktur für Cloud-Spiele sein. Das zumindest sagt Joost van Dreunen von der NYU Stern School of Business zum Branchenmagazin The Verge. Laut Dreunen basiere Netflix’ Backend grösstenteils auf Amazons Web Services (AWS).

Das sei für das Streamen von Spielen nicht ideal. Besonders nicht für Multiplayer-Spiele. Grosse Studios wie Roblox oder Riot hätten beispielsweise eigene Services aufgebaut, um geringere Latenzen und Download-Zeiten zu gewährleisten. Netflix stünde demnach ein ähnliches Commitment bevor. Sowohl zeitlich als auch finanziell.

Eine weitere Hürde dürfte die weltweit immer noch schlechte Abdeckung von Breitband-Internet sein, auch in den USA, Netflix’ Heimmarkt. Cloud Gaming, aber auch das Streamen von UHD-Inhalten, setzt eine Bandbreite von mindestens 25 Megabits pro Sekunde (Mbit/s) voraus.

Zur Einordnung: Im «State of the Internet»-Bericht von Akamai surfte die Schweiz im Jahr 2017 mit einer durchschnittlichen Geschwindigkeit von etwa 21,7 Mbit/s. Im weltweiten Vergleich lag sie damit auf Platz 5 – weit vor den USA. Kein Wunder, dass viele Cloud-Gaming-Services nach kurzer Lebenszeit wieder eingestellt werden.

Die höchste Hürde ist allerdings das Anbieten oder Entwickeln von exklusiven Spielen für die eigene Plattform. Wie sonst soll sich Netflix gegen die Game-Streaming-Konkurrenz von Microsoft oder Nvidia durchsetzen? Dass das Programmieren von Spielen aber schwierig ist, bewiesen bereits Google und Amazon: Die eigenen Stadia-Studios schloss der Suchgigant bereits 2021 – nicht mal zwei Jahre nach dem offiziellen Start von Stadia.

Amazon versucht sogar seit acht Jahren und einer Portokasse von dutzenden Millionen Dollar einen Hit zu landen – vergeblich. Einzig das MMO «New World» hatte einen guten Start. Mittlerweile bevölkern im Schnitt allerdings nur noch 50 000 Spielerinnen und Spieler die neue Welt, registriert wären 15 Millionen. Für Netflix kommt erschwerend hinzu, dass Microsoft einen jahrzehntelangen Know-How-Vorsprung in der Spieleentwicklung hat.

Quelle und ausführlicher Bericht: galaxus.de